STELLUNGNAHME ZUM KALIFORNISCHEN TRANSPARENCY IN SUPPLY CHAINS ACT (GESETZ ZUR TRANSPARENZ IN DER LIEFERKETTE) UND DEM BRITISCHEN MODERN SLAVERY ACT (ÜBEREINKOMMEN ZUM VERBOT DER SKLAVEREI UND ZWANGSARBEIT)​​​​​​​

Stellungnahme der PVH Corp. zu Sklaverei und Menschenhandel Nach dem Kalifornischen
Transparency in Supply Chains act (Gesetz zur Transparenz in der Lieferkette) und dem
Britischen Modern Slavery Act (Übereinkommen zum Verbot der Sklaverei und Zwangsarbeit)


Diese Stellungnahme bietet einen Überblick über die Maßnahmen, welche die PVH Corp. (zusammen mit ihren Tochtergesellschaften „PVH“, „das Unternehmen“, „wir“, „uns“ oder „unser“) unter anderem während des am 29. Januar 2017 abgelaufenen Geschäftsjahres getroffen hat, um zu gewährleisten, dass keine Sklaverei und Menschenhandel im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit oder in unserer Lieferkette vorkommen. Wir haben diese Erklärung auf konsolidierter Basis für PVH erstellt, obgleich nicht alle Unternehmen in unserer konsolidierten Unternehmensgruppe dem kalifornischen Transparency in Supply Chains Act oder dem britischen Modern Slavery Act unterliegen, da konzernweit ein einheitliches Compliance-Programm und einheitliche Richtlinien zu Sklaverei und Menschenhandel bestehen.

I. Zusammenfassende Darstellung des Unternehmens

PVH hat sich bei der Entwicklung von Marken und Unternehmen mit reichhaltiger amerikanischer Tradition hervorgetan und sich damit zu einem der größten Bekleidungshersteller weltweit entwickelt. Wir beschäftigen über 30.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern der Welt und erzielen jährliche Einnahmen von über 8 Milliarden US-Dollar. Wir sind Eigentümer der legendären Marken CALVIN KLEIN, TOMMY HILFIGER, Van Heusen, IZOD, ARROW, Speedo(1), Warner’s, Olga und True & Co. und vertreiben eine Vielzahl von Produkten unter diesen und anderen national und international bekannten Eigen- und Lizenzmarken.

Wir fühlen uns den höchsten moralischen, ethischen und rechtlichen Standards in allen Aspekten unserer Geschäfte und über unsere gesamte Lieferkette hinweg verpflichtet und setzen uns dafür ein, einen positiven Einfluss auf die Menschen, die Umwelt und die Gemeinschaften, in denen wir arbeiten und leben, auszuüben. Im Rahmen dieses Engagements ist Unternehmensverantwortung (Corporate Responsibility (CR)) ein zentraler Bestandteil unserer geschäftlichen Betätigung. Bitte besuchen Sie www.PVH.com/Responsibility, um mehr über unser CR-Programm und unseren Einsatz zu erfahren sowie Links zu unseren jährlichen CR-Berichten für 2016 und frühere Jahre zu finden.

II. Übereinstimmung mit internationalen Standards; Richtlinien

Die Voraussetzungen für eine geschäftliche Zusammenarbeit mit PVH beruhen zum Teil auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation und den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte. Wir sind außerdem Gründungsmitglied der Fair Labor Association („FLA“) zum Schutz von Arbeitsrecht und angemessenen Arbeitsbedingungen, in deren Vorstand einer unserer CR-Manager sitzt. Wir haben uns zur Einhaltung der zehn Grundsätze der FLA zu fairer Arbeit und verantwortungsvoller Beschaffung und Produktion sowie des Kodex der FLA zum Verhalten am Arbeitsplatz in unserer Lieferkette verpflichtet.

Wir vermitteln unsere Standards und Anforderungen an unsere Geschäftspartner in unserer Lieferkette wie folgt:

  • „A Shared Commitment“ ist unser Verhaltenskodex für alle unsere Geschäftspartner, von denen jeder ein Exemplar bei der Aufnahme unserer Geschäftsbeziehungen erhält. Erstmals im Jahr 1991 eingeführt, verbietet „A Shared Commitment“ erzwungene oder unfreiwillige Arbeit, sei es in Form von Gefängnisarbeit, Indentur, Schuldknechtschaft oder in sonstiger Weise. Zusätzlich erklärt „A Shared Commitment“, dass psychischer und körperlicher Zwang, Sklaverei und Menschenhandel in unserer Lieferkette verboten sind.
  • Unsere Lieferantenrichtlinien werden sowohl Lizenznehmern als auch Lieferanten während des Onboarding-Verfahrens bekannt gegeben. Die Lieferantenrichtlinien schreiben vor, dass Arbeitnehmer nicht für Gebühren an Agenturen oder die Fertigungsstätte im Austausch für eine Beschäftigung aufkommen müssen.
  • Unsere Markenrichtlinie verpflichtet Lieferanten und Lizenznehmer dazu, schriftlich zu bestätigen, dass bei den Materialien, die bei der Herstellung unserer Produkte verwendet werden, keine Sklavenarbeit oder Menschenhandel involviert wurden.

Alle oben genannten Dokumente wurden in die wichtigsten Sprachen unserer Geschäftspartner übersetzt, damit diese unmissverständlich verstehen, was für die Herstellung und Fortführung von Geschäftsbeziehungen mit PVH vorausgesetzt wird.

III. Verifizierung der Produktlieferkette zur Bewertung, Überwachung und Bekämpfung von Menschenhandelsrisiken

Wir nehmen die Bewertung, Überwachung und Bekämpfung der Risiken von Sklaverei und Menschenhandel in unserer Branche und Lieferkette auf mehrere Arten vor.

IV. Bewertung

Wir beteiligen uns an Multi-Stakeholder-Initiativen, die uns helfen, die Risiken von Sklaverei und Menschenhandel in unserer Branche und Lieferkette zu bewerten und zu bekämpfen. PVH ist Mitglied in mehreren Branchenverbänden und -programmen zum Schutz von Arbeitnehmerrechten, einschließlich der Verhinderung von moderner Sklaverei und Menschenhandel, wie zum Beispiel der American Apparel & Footwear Association, dem Übereinkommen über Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch, dem United States Council for International Business, Better Work und der FLA (einschließlich ihrer Initiative zum besseren Verständnis und zur Verhinderung von Kinderarbeit in der türkischen Baumwollindustrie). Zusätzlich hat PVH ein Schreiben mehrerer Stakeholder an die Regierungen Turkmenistans und Usbekistans unterzeichnet, in dem die Besorgnis über Zwangsarbeit in diesen Ländern vorgebracht wird.

Wir greifen auch auf Ressourcen und Datenbanken von Dritten zurück, engagieren uns für die weitere Forschung, verwenden Berater und sprechen mit Mitgliedern der Zivilgesellschaft, um die Risiken von Sklaverei und Menschenhandel zu beurteilen. PVH sorgt für Transparenz durch Berichte, Antworten bei Untersuchungen, Treffen mit Interessengruppen und in sonstiger Weise.

V. Überwachung/Bekämpfung von Risiken

Wir überwachen fortlaufend die Einhaltung aller unserer CR-Anforderungen, einschließlich des Verbots erzwungener oder unfreiwilliger Arbeit, und gehen gegen alle festgestellten Risiken oder Verstöße vor. Wir führen Vorabbewertungen durch, bevor eine Fertigungsstätte die Erlaubnis erhält, PVH-Produkte herzustellen, nehmen nach Aufnahme der Produktion regelmäßige Überprüfungen vor, arbeiten eng mit den Fertigungsstätten zusammen, um festgestellte Mängel zu beheben und kündigen erforderlichenfalls Fertigungsstätten, die unsere Richtlinien, Verfahren oder Vorgaben nicht befolgen.

Überprüfungen von Fertigungsstätten: Überprüfungen werden üblicherweise im Abstand von sechs bis 24 Monaten von angesehenen Drittprüfern durchgeführt, in selteneren Fällen auch von Mitgliedern unseres CR-Teams. Der tatsächliche zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Überprüfungen unterliegt mehreren Faktoren, einschließlich des Ergebnisses der jeweils letzten Überprüfung. Die Termine der Überprüfungen werden in der Regel zuvor mit den Lieferanten abgesprochen, um eine vertrauensvolle und kooperative Geschäftsbeziehung zu fördern, im Bedarfsfall werden jedoch auch unangekündigte Überprüfungen durchgeführt.

Überprüfungen richten sich nach einem CR-Assessment-Tool, welches die Einhaltung der Anforderungen anhand von auf den Vorgaben von „A Shared Commitment“ beruhenden Parametern misst, einschließlich spezieller Parameter in Bezug auf Zwangsarbeit. Das CR-Assessment-Tool führt zu einer verbesserten Objektivität und Einheitlichkeit des Überprüfungsprogramms, indem es gewährleistet, dass alle Lieferanten, die PVH-Produkte herstellen, auf der Grundlage einheitlicher Kriterien bewertet werden. Im Rahmen der Überprüfungen holen wir auch in vertraulicher Weise die Ansichten von Arbeitnehmern ein, damit wir aus erster Hand Erkenntnisse über die jeweilige Situation in der Fertigungsstätte gewinnen können.

Das Überprüfungsprogramm von PVH regt unsere Geschäftspartner dazu an, größere Verantwortung für Ihre Arbeitspraktiken und die Einhaltung der Anforderungen im Allgemeinen zu übernehmen, indem wir unseren Lieferanten Gelegenheit geben, festgestellte Probleme zu beheben. Wir belohnen zudem diejenigen unserer Geschäftspartner, die unsere Standards und Richtlinien übernehmen, mit zusätzlichen Aufträgen.

Problembehebung: Wir sind der Auffassung, dass die Behebung von Problemen den Interessen der Arbeitnehmer dient, da dadurch Lieferanten in die Lage versetzt werden, sichere, regelkonforme und würdevolle Arbeitsbedingungen zu schaffen. Ergibt eine Überprüfung demnach, dass eine Fertigungsstätte nicht unseren Standards, Richtlinien oder sonstigen Anforderungen entspricht, werden wir im Regelfall mit der Fertigungsstätte zusammenarbeiten, um die Probleme zu beheben. Wir tauschen uns mit den Managern der Fertigungsstätte in offenen Gesprächen über die Ergebnisse aus, ermitteln die zugrunde liegenden Ursachen und unterstützen sie bei der Entwicklung von Abhilfemaßnahmenplänen (Corrective Action Plans – „CAP“). Ergänzend treffen wir uns mit unseren Lieferanten zwischen den Überprüfungen, um Ihre Fortschritte bei den Abhilfemaßnahmen zu begutachten und weitere Anleitung zu geben.

Kündigung: Wir werden in der Regel eine Geschäftsbeziehung mit einem Lieferanten oder einer Fertigungsstätte aufkündigen, wenn (i) die anlässlich einer Prüfung aufgedeckten Probleme nicht erfolgreich behoben werden oder (ii) wir einen nach unserer Auffassung schweren Verstoß gegen unsere Richtlinien oder Vorgaben feststellen und eine Abhilfe nicht angemessen oder durchführbar ist.

Zertifizierung: Bei Aufnahme oder Verlängerung einer Geschäftsbeziehung verlangen wir von unseren Lieferanten, „A Shared Commitment“ anzuerkennen und sich zur Implementierung der dort genannten Anforderungen zu verpflichten. PVH verlangt ebenso nach seiner Markenrichtlinie, dass direkte Lieferanten und Lizenznehmer schriftlich bestätigen, dass in PVH-Produkten verwendete Materialien, unabhängig davon, ob sie unmittelbar oder mittelbar erworben wurden, aus einer Quelle stammen, die keine erzwungene oder unfreiwillige Arbeit verwendet und nicht an Menschenhandel beteiligt ist.

VI. Interne Verantwortlichkeit und Schulungen

Unser Engagement für die Aufrechterhaltung der hohen Ansprüche, die wir an unser Unternehmen und unsere Geschäftspartner stellen, wird auf den höchsten Ebenen von PVH untermauert. Unser Vorstand verfügt über einen Corporate-Responsibility-Ausschuss, der die Aufgabe hat, den Vorstand und unser Management in Bezug auf Richtlinien und Strategien zu beraten, die sich auf die soziale Verantwortung des Unternehmens auswirken.

Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, bei Einstellung und jährlich danach an Compliance- und Ethik-Schulungen teilzunehmen, einschließlich der Überprüfung und Zertifizierung unserer zentralen Richtlinien. Das Unternehmen kann Disziplinarmaßnahmen gegen jeden Mitarbeiter ergreifen, der gegen eine unserer Richtlinien oder Vorgaben verstößt oder in sonstiger Weise unsere hohen moralischen, rechtlichen oder ethischen Standards nicht einhält.

PVH bietet Führungskräften und Mitarbeitern mit unmittelbaren Verantwortlichkeiten für Lieferkettenprozesse gezielte Schulungen zu Sklaverei und Menschenhandel, unter anderem darüber, wie Risiken festgestellt und vermindert werden können. Mitglieder unseres CR-Teams und weitere Mitarbeiter von PVH nehmen darüber hinaus an externen Schulungsprogrammen und Seminaren zu Fragen der Social Compliance teil, darunter auch zu Sklaverei und Menschenhandel.

Wir haben eine Mitarbeiter-Hotline eingerichtet, die auch von Arbeitnehmern in Fertigungsstätten genutzt werden kann, damit diese mögliche Verstöße gegen Gesetze, Vorschriften oder Richtlinien melden oder sonstige ethische Bedenken vorbringen können. Anliegen können anonym und vertraulich vorgebracht werden, soweit dies nach geltendem Recht zulässig ist.

Als externe Verifizierung unseres CR-Programms unterwerfen wir uns dem FLA-Akkreditierungsstandard, der eine unabhängige Bewertung der „für die Aufrechterhaltung angemessener Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette einer Marke erforderlichen Systeme und Verfahren“ jedes Mitglieds beinhaltet. Wir verfügen seit 2005 durchgehend über diese Akkreditierung.

VII. Externe Schulungen

Wir führen gezielte Schulungen für Lieferanten durch, bei denen ein erhöhtes Risiko von Sklaverei und Menschenhandel besteht. Unser CR-Team und weitere Mitarbeiter von PVH wirken auch als Referenten an weiteren externen Schulungsprogrammen und Seminaren zu Sklaverei und Menschenhandel mit, um das Problembewusstsein zu erhöhen und zur Übernahme optimaler Vorgehensweisen zur Bekämpfung dieser Probleme zu ermutigen.

Emanuel Chirico

Chairman & Chief Executive Officer

  • (1)Die Marke Speedo ist für unbegrenzte Zeit von Speedo International, Limited für Nordamerika und die Karibik lizenziert.

Stellungnahme nach dem kalifornischen Transparency in Supply Chains Act und dem britischen Modern Slavery Act